Das Kino und die Militarisierung der Weltgesellschaft

20.04.07

Leinwand und Bildschirm prägen unser Bild vom Krieg. Neben Kriegsspielen am Computer trägt vor allem das fiktionale Kino zur Militarisierung unserer Kultur bei. In seinem Buch „Bildermaschine für den Krieg“ analysiert Peter Bürger das „Militainment“ als gelungenes Marketinginstrument, das einer Kultur des Krieges und der Gewalt den Weg bereitet.


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Der massenkulturelle Militarismus erstreckt sich auf alle Filmgenres, gibt sich harmlos und nutzt die Faszination, die von neuen Technologien ausgeht. Wegen seiner allgemeinen Verbreitung wird er gar nicht mehr als etwas Ungewöhnliches wahrgenommen. Dahinter steckt auch Berechnung, denn Filmförderrichtlinien des Pentagon fordern ausdrücklich, dass ein Kooperationsprojekt das Militär realistisch in gutem Licht darstellen und der Rekrutierung neuer Soldaten dienen soll. Kriegssubventionierendes Kino hat klare propagandistische Funktionen – etwa die Steigerung der Kriegsbereitschaft der Nation oder die Darstellung des Krieges als universales Programm ohne Alternative. „Nicht selten“, so Peter Bürger, „wird dem Zuschauer auf der Ebene des Drehbuchtextes eine kritische Reflexion vorgegaukelt, während gleichzeitig Bildebene und Musikuntermalung alles Erdenkliche mobilisieren, um ihn zur Faszination zu bewegen.“

Peter Bürger beleuchtet das kriegsfreundliche Kulturdiktat als Angriff auf die freie Gesellschaft. Er zeigt, wie aktuelle Filmtitel dem „Antiterror-Krieg“ und westlichen Militärdoktrinen zuarbeiten und macht auf einzelne Filme kritisch aufmerksam. Zudem liefert der Autor Vorschläge für einen unverfänglichen Zweig der „Nine-Eleven-Forschung“ im Bereich des Kinos.

Wikipedia
Militainment

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